Samstag, 14. Mai 2022, 19:00 Uhr

2022 04 02 Avin Trio

Trio 3/4

Maryana Osipova - Violine
Dmitry Hahalin - Viola
Michael Preuß - Violoncello


Öffentliches Konzert inkl. NACHHALL mit hausgemachtem vegetarischem Buffet und Wein 
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Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Goldberg-Variationen BWV 988
in einer Fassung für Streichtrio

Aria mit verschiedenen Veränderungen hat Johann Sebastian Bach mit nicht zu unterbietendem Understatement auf den Titel eines Cembalowerks geschrieben, mit dem er seine Zeitgenossen zur Michaelismesse 1741 oder 1742 überraschte. Ob es damals viele Cembalisten gab, die dieses Werk eben mal so spielen konnten wie ihr Komponist oder sein genialer Schüler Johann Gottlieb Goldberg, dem die Variationen ihren Beinamen verdanken, bleibt dahingestellt. Tatsache ist, dass Musikliebhaber der Bachzeit wie die Nichte des Dichters Gottsched an Bachschen „Claviersachen“ förmlich bis zur Verzweiflung übten, dass sie sie nichtsdestotrotz bewunderten und die „Gemüths-ergötzung“, auf die es ihr Schöpfer angesehen hatte, sehr wohl empfanden.
Deshalb ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass ein ganz harmloser Umstand wie die Schlaflosigkeit des Dresdner Grafen Keyserlingk tatsächlich der Auslöser für Bachs Riesenwerk war. Um seinem Gönner die Zeit während eben jener Nächte zu vertreiben, so die Anekdote, konnte Bach nicht nur auf die Virtuosität seines Schülers Goldberg vertrauen, der des Grafen Hauscembalist war, sondern auch darauf, dass dieser die Variationen stets nur in Auszügen spielte, dass man sich einzelne von ihnen als Stärkungs- und Genuss- (nicht Schlaf-) mittel ganz nach Gusto „zu Gemüthe“ führte, und dass die ungeheuer kunstvolle Architektur des Ganzen dabei eine Beigabe für die Kenner blieb.
Für uns heute stellt sich der Sachverhalt anders dar: Längst sind zyklische Aufführungen aller Variationen die Regel geworden, ohne dass man damit, wie E.T.A. Hoffmanns Kapellmeister Kreisler im Salon der Röderleins, die Musikliebhaber scharenweise in die Flucht schlagen könnte. Es mag deshalb reizvoll erscheinen, die bereits erwähnte Architektur der Aria mit 30 Veränderungen einmal nicht im pianistischen Original, sondern in der Fassung für Streichtrio (...) zu erleben. Das Spiel mit drei Stimmen wird hier möglicherweise transparenter als auf dem Cembalo oder insbesondere auf dem einmanualigen Flügel. Außerdem wird die Fülle an außerclavieristischen Assoziationen deutlich, die Bach diesem Werk einschrieb.
Quelle: Online-Kammermusikführer der Villa Musica mit ausführlicher Beschreibung aller Einzelstücke.


Das TRIO 3/4 hat sich einen augenzwinkernd sprechenden Namen gegeben, bei dem man natürlich auch an beschwingte Musik denken darf, obwohl das programmatisch viel zu kurz gesprungen wäre. Maryana Osipova, Dmitry Hahalin und Michael Preuß sind Mitglieder des bekannten Eliot Quartetts. Zu dritt widmen sie sich hier dem ebenso faszinierenden Sujet des Streichtrios mit Violine, Viola und Violoncello und führen das mathematische Paradoxon vor, wie aus drei Vierteln ein Ganzes wird.

Maryana Osipova studierte am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium in der Violinklasse von Frau Prof. Maya Glezarowa und Frau Prof. Marina Keselman und an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Prof. Laurent Albrecht Breuninger. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe wie dem „Yankelevich‘ Wettbewerb” in Omsk 2013 (3. Preis) und dem „Yury Bashmet Moskau Viola Wettbewerb“, bei dem sie einen Sonderpreis erhielt. 2014 erhielt sie den 6. Preis beim „China International Violin Competition” in Qingdao. Auch als Kammermusikerin war Maryana Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, wie dem „Vainiunas Wettbewerb“ in Vilnius 2010 (2. Preis), dem „Premio Vittorio Gui“ in Florenz 2011 (3. Preis) sowie in London 2010 (1. Preis) und in Jurmala 2011 (Gran-Prix). Maryana war bereits an der Seite von Künstlern wie Boris Andrianov, Kristina Blaumane, Boris Brovtsyn, Manuel Fischer-Dieskau, Maxim Rysanov und Alexander Sitkovetsky zu hören und hat bei dem Label Onyx gemeinsam mit Maxim Rysanov das Klarinettenquintett von Johannes Brahms eingespielt. Maryana Osipova ist Stipendiatin der Oscar und Vera Ritter-Stiftung.

Dmitry Hahalin wurde 1988 geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium und an der Musikhochschule Mainz bei Prof. Anne Shih. Er wechselte danach zur Viola und studierte an der Musikhochschule Frankfurt am Main in der Klasse von Prof. Roland Glassl. Dmitry erhielt ein Stipendium der internationalen Vladimir-Spivakov-Stiftung, ein Stipendium für Barockvioline/Barockviola des Neumeyer Consorts und wird von der Stiftung Yehudi Menuhin Live Music Now gefördert. Er gewann den Kammermusikwettbewerb S. Vainiunas (Litauen) 2010 und den Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft 2013. Weitere Kammermusikalische Erfahrungen konnte er in Zusammenarbeit mit Eduard Brunner, Nils Mönkemeyer, Manuel Fischer-Dieskau und Talich Quartet sammeln. Seit 2010 widmet sich Dmitry Hahalin auch verstärkt dem Bereich der historischen Aufführungspraxis. Er studierte Barockvioline bei Prof. Petra Müllejans, wurde zu den Telemann-Festtagen Magdeburg, den Göttinger Händelfespielen sowie zum Forum Alte Musik Frankfurt am Main eingeladen und arbeitete u.a. mit Ton Koopman, Konrad Junghänel, Michael Hofstetter und Andreas Scholl zusammen. Seit der Spielzeit 2014/2015 ist Dmitry Hahalin Stipendiat der Villa Musica Rheinland Pfalz.

Michael Preuß wurde 1985 in Leipzig geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er als Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. 2004 begann Michael sein Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock in der Klasse von Prof. Joseph Schwab. 2008 wechselte er in die Klasse von Prof. Michael Sanderling an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, wo er sein Studium nach Ablegen der Diplom – Prüfung im Wintersemester 2012 mit dem Konzertexamen im Wintersemster 2015 abschloss. Michael ist Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie, war Praktikant am Staatstheater Darmstadt, Akademist im Rundfunk Sinfonieorchester Berlin und als Inhaber eines Gastvertrages Solocellist im Sinfonieorchester des Staatstheater Giessen. Derzeit hat er einen Zeitvertrag beim MDR – Sinfonieorchester in Leipzig inne. Als Mitglied des Helenos Quartetts ist Michael erster Preisträger des Wettbewerbs der Polytechnischen Gesellschaft sowie des Wettbewerbs „Cours et Concours“ der Villa Musica Rheinland-Pfalz. Er ist zweimaliger erster Preisträger des Wettbewerbs „HMT Interdisziplinär“ der HMT Rostock, sowie Preisträger des Wettbewerbs der „Peter Pirazzi“-Stiftung und nahm an Meisterkursen von Gustaf Rivinius, Wen-Sinn Yang, dem Tokio String Quartet, dem Mandelring Quartett, dem Verdi Quartett und Gerhard Schulz teil.



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